Am Sonntag, den 16. Januar hielt unser Wissenschaftsminister Dr. Heubisch auf dem Neujahrsempfang der F.D.P. Würzburg eine brennende aufbauende Neujahresrede, um die schlechten Umfragewerte der F.D.P. und die negative Berichterstattung der Presse doch noch irgendwie in ein positives Licht zu rücken.
Da er sich durch seine goldrichtige Erkenntnis “Ich bin ja nicht nur Minister der Kunst, sondern auch der Wissenschaft, das sollte man auch erwähnt haben” seiner hochschulpolitischen Pflichten erinnerte, schnitt er nach ein paar allgemeinpolitischen Aussagen und Zahlendarstellungen, das Thema Bildung an. Herr Heubisch, der vorher nach eigenen Angaben zum ersten Mal auf dem Hublandcampus war, meinte aufgrund der Besichtigung des neuen Hörsaalgebäudes und des neuen Praktikumsbaus der Natur- wissenschaften, er wünsche sich damals an so einer modernen Universität Würzburg studiert zu haben. „Räumliche Probleme haben wir da nicht mehr”, so ein wörtliches Zitat – Herr Heubisch mal ehrlich: Schauen sie sich doch bitte auch u.a. die Mensa, das Philgebäude oder den Wittelsbacher Platz an und tätigen Sie diese Aussage erneut. Zwar räumt er später im persönlichen Gespräch ein, dass es einige Gebäude gäbe, die eindeutig zu renovieren sind, aber das wollte er in diesem Rahmen nicht so deutlich darstellen. Da drängt sich mal wieder eine alte Frage in den Vordergrund: Warum werden immer die Geisteswissenschaften unter den Tisch fallen gelassen und finden kaum Erwähnung?
Ganz wichtig ist ihm die weitere tiefgehende Vernetzung der Hochschulen mit der Wirtschaft durch Kooperationsverträge, was bisher schon ganz gut lief und ihn mit „Stolz“ erfüllt. Wir sagen: „Stoppt den wirtschaftlichen Einfluss, wenn Bildung und Lehre durch Gelder der Firmen bestimmt werden, wohin soll das führen? Zu marktorientierten automatisierten und angepassten Workaholics, dessen Lebenssinn darin besteht zu Arbeiten…ist es das was eine universitäre allumfassende Bildung anstrebt? Danke Herr Heubisch, dann können wir auch auf ihre löbliche „maximale Investition in die Köpfe Bayerns“ verzichten.
Nach seiner Rede machten wir uns mit einem Bauchladen voller Bleistifte und Papier auf den Weg zu Herrn Heubisch und Uni-Vizepräsident Prof. Riedel, um Sie bei ihrem möglichst zeitnahem Abfluss der angelagerten Studienbeiträge tatkräftig zu unterstützen. Ein Bleistift für 10 Euro oder ein Blatt Papier für 5 Euro konnten erworben und praktischerweise direkt unter den „sächlichen Verwaltungskosten“ ordnungsgerecht verbucht werden (s. Pressekonferenz vom 18.5.2010:).
Obgleich sich Herr Riedel nicht sicher war, ob er wirklich von den Studienbeiträgen überteuerte Bleistifte kaufen sollte, ließ sich Minister Heubisch diese einmalige Chance nicht entgehen und entschied sich 50 Euro zu investieren.
Unser Studiengebührenverausgabungsteam im Einsatz beim Neujahrsempfang der F.D.P. (Bilder: © Foto-Studio Schwab Remlingen)
