Archive for the ‘Aktionen’ Category

Aufgelaufene·Studiengebühren·endlich·verausgabt!

Monday, January 17th, 2011

Am Sonntag, den 16. Januar hielt unser Wissenschaftsminister Dr. Heubisch auf dem Neujahrsempfang der F.D.P. Würzburg eine brennende aufbauende Neujahresrede, um die schlechten Umfragewerte der F.D.P. und die negative Berichterstattung der Presse doch noch irgendwie in ein positives Licht zu rücken.
Da er sich durch seine goldrichtige Erkenntnis “Ich bin ja nicht nur Minister der Kunst, sondern auch der Wissenschaft, das sollte man auch erwähnt haben” seiner hochschulpolitischen Pflichten erinnerte, schnitt er nach ein paar allgemeinpolitischen Aussagen und Zahlendarstellungen, das Thema Bildung an. Herr Heubisch, der vorher nach eigenen Angaben zum ersten Mal auf dem Hublandcampus war, meinte aufgrund der Besichtigung des neuen Hörsaalgebäudes und des neuen Praktikumsbaus der Natur- wissenschaften, er wünsche sich damals an so einer modernen Universität Würzburg studiert zu haben. „Räumliche Probleme haben wir da nicht mehr”, so ein wörtliches Zitat – Herr Heubisch mal ehrlich: Schauen sie sich doch bitte auch u.a. die Mensa, das Philgebäude oder den Wittelsbacher Platz an und tätigen Sie diese Aussage erneut. Zwar räumt er später im persönlichen Gespräch ein, dass es einige Gebäude gäbe, die eindeutig zu renovieren sind, aber das wollte er in diesem Rahmen nicht so deutlich darstellen. Da drängt sich mal wieder eine alte Frage in den Vordergrund: Warum werden immer die Geisteswissenschaften unter den Tisch fallen gelassen und finden kaum Erwähnung?
Ganz wichtig ist ihm die weitere tiefgehende Vernetzung der Hochschulen mit der Wirtschaft durch Kooperationsverträge, was bisher schon ganz gut lief und ihn mit „Stolz“ erfüllt. Wir sagen: „Stoppt den wirtschaftlichen Einfluss, wenn Bildung und Lehre durch Gelder der Firmen bestimmt werden, wohin soll das führen? Zu marktorientierten automatisierten und angepassten Workaholics, dessen Lebenssinn darin besteht zu Arbeiten…ist es das was eine universitäre allumfassende Bildung anstrebt? Danke Herr Heubisch, dann können wir auch auf ihre löbliche „maximale Investition in die Köpfe Bayerns“ verzichten.

Nach seiner Rede machten wir uns mit einem Bauchladen voller Bleistifte und Papier auf den Weg zu Herrn Heubisch und Uni-Vizepräsident Prof. Riedel, um Sie bei ihrem möglichst zeitnahem Abfluss der angelagerten Studienbeiträge tatkräftig zu unterstützen. Ein Bleistift für 10 Euro oder ein Blatt Papier für 5 Euro konnten erworben und praktischerweise direkt unter den „sächlichen Verwaltungskosten“ ordnungsgerecht verbucht werden (s. Pressekonferenz vom 18.5.2010:).
Obgleich sich Herr Riedel nicht sicher war, ob er wirklich von den Studienbeiträgen überteuerte Bleistifte kaufen sollte, ließ sich Minister Heubisch diese einmalige Chance nicht entgehen und entschied sich 50 Euro zu investieren.

Bild: © Foto-Studio Schwab RemlingenUnser Studiengebührenverausgabungsteam im Einsatz beim Neujahrsempfang der F.D.P. (Bilder: © Foto-Studio Schwab Remlingen)

Bild: © Foto-Studio Schwab Remlingen

Ausschuss “Studentische Mitbestimmung”

Monday, January 10th, 2011

Diesen Mittwoch, 12.01.2011, trifft sich erstmalig der Konvents-Ausschuss “studentische Mitbestimmung” um 18 Uhr im Büro der Studierendenvertretung (1.Stock Hubland-Mensa). Dieser soll ein Modell für mehr studentische Mitbestimmung an der Uni Würzburg erarbeiten, so wie wir es uns vorstellen und was im Rahmen der Experimentierklausel des Bayerischen Hochschulgestzes möglich ist. Wenn das Modell steht, wird es vom studentischen Konvent abgesegnet, bevor dann die Verhandlungen mit der Hochschulleitung starten…

Die Teilnahme am Ausschuss steht allen Interessierten offen. Über die Termine der Aussschusssitzungen halten wir euch auf dem Laufenden.

Wer also nach all dem Lernen auch einmal Lust hat zu unterrichten und unserer Uni zur Abwechslung ein bisschen Demokratie beizubringen, darf sich hier gerne aufgerufen fühlen, den Ausschuss mit eigenen Ideen zu bereichern.

Protestaktion in Nürnberg

Monday, October 18th, 2010

Im Rahmen einer Vortragsreihe “Demokratie an der Hochschule” wird morgen, Mittwoch 20.Okt.2010, ab 14 Uhr Wissenschaftsminister Dr.W.Heubisch an der Georg-Simon-Ohm Hochschule in Nürnberg zu Gast sein. Angesichts der jüngsten Sparbeschlüsse der Bayer. Staatsregierung (ein detaillierter Bericht hierzu erscheint in Kürze hier im Blog) planen unsere Freunde vom Bildungsstreik Nürnberg eine Protestaktion und rufen zur regen Teilnahme auf. Nähere Infos hier bzw. unter Nürnberg-brennt

An diesen Samstag findet in Würzburg ein Regionalparteitag der CSU statt. Selbstverständlich werden wir die hier versammelten Politikgrößen ebenfalls gebührend begrüßen und gegen die Sparbeschlüsse demonstrieren. Infos zu den geplanten Aktionen folgen in den nächsten Tagen.

Also, haltet euch schon mal den Samstagvormittag frei…

Was gibt es in Wien zu feiern und wer will alles hinfahren?

Wednesday, March 3rd, 2010

Am 11. und 12. März 2010 treffen sich in Wien MinisterInnen aus den 46 Staaten, die am Bologna-Prozess beteiligt sind, um den 10. Jahrestag der Bologna-Erklärung zu feiern. Doch was wird gefeiert?

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Die freie Bildung ist tot – Aktion am Sonntag

Sunday, January 24th, 2010

Heute endete die Aktionswoche der Protestierenden der Universität Würzburg, welche am Montag begann, nachdem das für den 15.01.10 an die Hochschule gestellte Ultimatum verstrichen war. Zum Abschluss fielen Studierende an zentralen Plätzen der Stadt „tot“ um und hinterließen die mit Kreide markierten Umrisse ihrer Körper. Gleichzeitig attestierte ein als Arzt verkleideter Protestierender lautstark den Tod der freien Bildung. Mit der Aktion sollte auf die immer weitergehende Aushöhlung der Universität als Bildungsanstalt hingewiesen werden, hin zu einer Abfertigungsfabrik, welche nur noch die nötigsten Kenntnisse vermitteln und die Studierenden möglichst schnell auf den Arbeitsmarkt werfen soll. Gleichzeitig wurde auch der Rückzug des Staates aus der Finanzierung der Bildungseinrichtungen kritisiert, an dessen Stelle nun die Wirtschaft zu rücken droht. Dadurch besteht die Gefahr, dass Fakultäten, wie z.B. die aus den Gesellschafts- und Geisteswissenschaften, an denen diese Geldgeber naturgemäß kein großes Interesse haben, mit der Zeit noch stärker, als dies bereits jetzt schon der Fall ist, unterfinanziert werden. Die Bildung würde in ein Korsett gezwängt, in dem nur Fachrichtungen bestehen können, die einen monetären Nutzen für den jeweiligen Gönner ausmachen. Aus Sicht der Bildungsstreikenden darf es nicht sein, dass die Hochschulen in Zukunft dazu genötigt sind immer stärker die Interessen des freien Marktes bedienen, anstatt die Bedürfnisse der Gesellschaft. Mit einem derartigen Bildungssystem wird man von Deutschland  als „Land der Dichter und Denker“ sicherlich nicht mehr mit Recht sprechen können.

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Deine Stimme für bessere Bildung – Aktion am Samstag

Saturday, January 23rd, 2010

Durch die Verbreitung einer Protest-E-Mail schaffen die Bildungsstreikenden der Universität Würzburg, unter Nutzung der Vorteile des Informationszeitalters, die Möglichkeit, unkompliziert vom Schreibtisch aus Protest zu artikulieren. Die E-Mail richtet sich an die Verantwortlichen in Bildungs- und Hochschulpolitik und kann somit an jegliche offizielle, mit Bildungsangelegenheiten betraute Behörde oder Person verschickt werden. Gegenstand sind die Forderungen des Bildungsstreiks an die Landesregierung. Hiermit soll den Verantwortlichen gezeigt werden, wie viele Menschen hinter den Forderungen der Protestierenden stehen. Jeder Unterstützer der Forderungen des Bildungsstreiks ist hiermit dazu aufgerufen diese Mail an seinen zuständigen Abgeordneten, die zuständigen Behörden oder andere Träger von Verantwortlichkeiten in Bildungs- und Hochschulthemen abzusenden. Als Anhang würde der gesamtbayrische Forderungskatalog bestimmt einen guten Eindruck machen. Natürlich steht es allen frei ihre eigene Meinung in Fließtext o.ä. zu bannen und diesen abzusenden. Der Text ist als .txt-Datei gespeichert und kann so einfach aus der Datei in die eigene E-Mail kopiert werden. Auch eine Liste mit möglichen Adressaten ist hier zu finden.

Deine Stimme für bessere Bildung (Text der E-Mail)

Mögliche Adressaten

Gesamtbayrischer Forderungskatalog

Free hugs for free education – Aktion am Freitag

Friday, January 22nd, 2010

Am heutigen Freitag, gegen 12:00 Uhr, wurde eine weitere Aktion im Rahmen der Aktionswoche der Protestierenden der Universität Würzburg gestartet. Unter der Überschrift „Free hugs for free education“ boten die Studierenden Umarmungen an. Die Aktion soll eine der negativen Auswirkungen des Bachelor/Master-Systems in den Vordergrund rücken und dieser möglichst durch (wenn auch nur kurzzeitigen) wärmeren Umgangston entgegenwirken. Genauer gesagt geht es um den gesteigerten Konkurrenzkampf unter den Studierenden. In einem Studiengang in dem die Plätze zu Kursen und Seminaren gestaffelt nach den Noten der jeweils angemeldeten Studierenden verteilt werden und jemand mit schlechterer Note evtl. keinen Platz mehr bekommt, kann man nicht mehr vom gemeinsamen Lernen sprechen, man lernt gegeneinander. Außerdem sollen in Zukunft alle Absolventen nach ihrer Abschlussnote nochmals in Kohorten einsortiert werden: Ein guter Studierender kann also bei gleicher Leistung schlechter beurteilt werden, wenn es sehr viele sehr gute Studierende gibt.

Durch solche Bewertungs- und Vergabesysteme wird der immer weitergehende Trend zur Verwertungslogik unseres derzeitigen Studiensystems sichtbar. Wir studieren nicht um zu werden was politische- und Wirtschaftsinteressen aus uns zu machen versuchen, wir studieren um zu werden was wir sein wollen!

Leider ist diese Tendenz auch gesamtgesellschaftlich zu erkennen, die Universitäten könnten eine der Keimzellen der Veränderung sein. Hin zu einem Umgang der Menschen untereinander, der geprägt ist von Verständnis, Solidarität und Fairness.


Märchenwald Bildungspolitik – Aktion am Donnerstag

Thursday, January 21st, 2010

In einer Linie mit den Großen dieser Kunst, namentlich Menschen wie Michael Ende, Karl May, Wolfgang Heubisch, den Gebrüdern Grimm, Roland Koch und vielen mehr, sahen sich heute Studierende der Universität Würzburg bei der „Märchenstunde“ in der Mensa am Hubland. Zwischen 11:00 und 13:30 Uhr des heutigen Donnerstags wurden allerhand Bildungsmärchen, wie „Des Seehofers neue Kleider“ oder „Die kluge Arbeitertochter“, gelesen. Mit der Aktion wollten die Studierenden auf die immer wieder abenteuerlichen Geschichten der Bildungspolitiker, wie z.B. die soziale Verträglichkeit von Studiengebühren oder die Durchlässigkeit des bayrischen Bildungssystems für alle sozialen Schichten und Menschen mit Migrationshintergrund, aufmerksam machen. Ihrer Meinung nach sind diese Ansichten hinreichend widerlegt, was aber leider nicht dazu führt das sie nicht immer wieder als Wahrheit verkauft werden.

Wir lassen uns nicht verschaukeln – Aktion am Mittwoch

Wednesday, January 20th, 2010

SchaukelAm heutigen Mittwoch, gegen 10:00 Uhr schmückten Studierende das Mensagebäude des Universitätscampus am Hubland, sowie einen Baum auf dem Campus der Fakultät Philosophie I mit selbst gebastelten Schaukeln und diversen Plakaten.
Mit der Aktion unter dem Motto „Wir lassen uns nicht verschaukeln“ ermahnten sie Politik und Hochschulleitung, nicht darauf zu setzen die Protestierenden mit hohlen Phrasen abspeisen zu können, in der Hoffnung, dass sich die bundesweite Protestbewegung mit der Zeit im Sand verläuft. Diese Strategie hatte ja bekanntermaßen schon über die Feiertage und Weihnachten nicht den gewünschten Effekt gehabt.

BOLOGNAise durch die Uni – Aktion am Dienstag

Tuesday, January 19th, 2010

Die Kinderfaschingswoche ging am heutigen Dienstag in die zweite Runde:

Ab 9:45 versammelten sich ca. 50 Studierende zu einer Bildungs-BOLOGNAise. Der bunte Haufen zog bis in den Mittag hinein durch die an Hubland-Campus, Wittelsbacher Platz und Neuer Uni gelegenen Gebäude der Universität Würzburg, sogar die Stadtmensa wurde besucht. Verkleidet und geschminkt, lief die Menge mit Luftballons, Konfetti und Plakaten, auf denen Beispielsweise „Bildungspolitik wird zum Kinderfasching“ zu lesen war, durch mehrere Hörsäle. Damit wurde den dort anwesenden DozentInnen und Studierenden, die das ganze Geschehen größtenteils sehr positiv aufnahmen, verdeutlicht, dass die Bolognaiseteilnehmer ihre Anliegen und das von ihnen an die Leitung der Universität Würzburg gestellte Ultimatum, welches am letzten Freitag auslief, nicht ernst genommen sehen.

Hiermit wiesen sie auf satirischem Wege darauf hin, dass ihre an Universität und Landesregierung gerichteten Forderungskataloge mehr enthalten als den Wunsch nach einer gründlichen Überarbeitung des Bachelor/Master-Systems, wie z.B die Forderung nach mehr studentischer Mitbestimmung in Universitätsgremien und deren Transparenz gegenüber der Studierendenschaft. Nichtsdestotrotz begrüßen die Protestierenden die geplante “Reform der Reform” und kündigten ihre aktive Mitarbeit an.