Es kommt nicht auf die Größe an…

…sondern auf die Aussage!!!
Durch die seit Jahrzehnten verfehlte Bildungspolitik zeigen sich die zahlreichen Missstände inzwischen überdeutlich! Dies betrifft sowohl alle Bildungseinrichtungen als auch die Jugend- und Sozialarbeit, die unter den massiven Sparmaßnahmen leiden. Dieses hier alles auszubreiten, führe jedoch ins Bodenlose, daher von uns eine kurze Erklärung in zwölf Punkten:
Freie Bildung! Das gilt für alle, nicht nur für die Hochschulen. Es geht neben der überfälligen Abschaffung von Zwangsbeiträgen, wie Studiengebühren und Schulgeldern, um noch wesentlich mehr! Vom Kindergarten über die verschiedenen Schularten, von der Berufsschule bis hin zu den Universitäten – aus „freie Bildung“ für alle wurden Abschlüsse für manche, aber echte Bildung für keinen.
Rückgewinnung der Selbstständigkeit! Restriktionen zeigen sich offen im Bildungssystem z. B. durch die Erhebung von Studiengebühren, aber auch durch den eingeschränkten Bildungszugang von sozial Benachteiligten sowie bei der starren Gestaltung der Lehrinhalte: Selbst nachdenken ist immer weniger erwünscht.
Exzellenzinitiative und Elitenförderung – nein danke! Wir fordern mehr Geld für alle, anstatt viel Geld für wenige Prestigeprojekte.
Individualität erwünscht! Bildungseinrichtungen müssen eigenständiges Denken und Eigeninitiative fördern, statt genormte AbsolventInnen als Produkte vom Band zu liefern.
Engagement statt Ellenbogen! Solidarität! Soziale Kompetenz! Das sind die Schlagworte einer demokratischen Gesellschaft!
Bologna Prozess und G8: Hier muss nichts mehr gesagt werden, nur so viel: Übers Knie gebrochene nicht durchdachte Reformen enden nie gut, denken vor dem Handeln wäre angesagt, aber wen wundert’s? – Wo lernt man heute schon noch richtiges ganzheitliches Denken?
Inklusion umsetzen statt zerreden! Seit 2009 sind die UN-Konventionen in Deutschland in Kraft getreten. Nun heißt es, die EU-Vorgabe umzusetzen und nicht nur den Begriff zu diskutieren. Es werden klare Zielvorgaben, Gelder & Aufklärungsarbeit benötigt. Bildungseinrichtungen ohne Aussonderung müssen von der Verschiedenheit aller Lernenden ausgehen und sich von der Illusion homogener Lerngruppen verabschieden.
Leistungsgesellschaft: Wir werden schon lange nicht mehr nach dem bestimmt, was wir sind, sondern nur noch auf unsere Leistungen reduziert. Ohne Leistung ist der Mensch nichts Wert und für die Wirtschaft unnütz. Prüfungsangst und Leistungsdruck bestimmten das Bildungswesen. Dass dies kein guter Weg ist, zeigt die rasche Steigerung der Stresserkrankungen in beruflichen Zusammenhängen.
Direkte Demokratie wagen! Die allgemeine Politikverdrossenheit resultiert größtenteils aus den mangelnden Beteiligungsmöglichkeiten der BürgerInnen an den politischen Entscheidungsprozessen. Es fängt im Kleinen an: sowohl an weiterführenden Schulen als auch an Hochschulen wird der demokratische Diskurs den Wirtschaftsinteressen geopfert. Unter anderen spricht die Allmacht des Hochschulrates an Hochschulen für sich.
Unabhängigkeit der Forschung und Lehre sicherstellen! Ob bei Deutschlandstipendien, Drittmitteln für die Forschung oder Förderung bestimmter Studiengänge durch Unternehmen – die Hochschulen verkaufen sich an die Wirtschaft. Besonders deutlich zeigt sich dies, wenn Hörsäle nach Firmen benannt und Wirtschaftsbeiräte einberufen werden, die aktiven Einfluss auf Lehrinhalte nehmen. Eine Finanzierung von Bildung durch die Wirtschaft bedeutet das Aus für geistes- und sozialwissenschaftliche Studiengänge, denn diese sind für die Wirtschaftsunternehmen weniger interessant. Vorsicht also vor vermeintlich selbstlos gesponserten Einrichtungsgegenständen, deren Werbe-Embleme uns in vielen Hörsälen entgegen strahlen!
Notstand soweit das Auge reicht: unterbezahlte und dadurch unmotiviertes Lehrpersonal, fehlende Räumlichkeiten und überfüllte Seminare & Vorlesungen, Mangel an Stühlen und Tischen, undichte Dächer, einsturzgefährdete Gebäude, maroden Sanitäranlagen und überfüllte Busse sind nur ein Teil der riesigen Mangelliste.
Grundrecht auf Bildung! Wie Dahrendorf schon klarstellt ist eine aktive Politik nötig, um dieses Bürgerrecht zu garantieren. Solange aber Zulassungsbeschränkungen und materielle sowie soziale Bedingungen ausschlaggebend dafür sind, überhaupt Bildung zu erlangen, sind wir meilenweit von einer freien Bildung entfernt. “Mit der Bereitschaft zu einer Bildungspolitik für die Verwirklichung des Rechts auf Teilnahme aller BürgerInnen an der Bildung entscheidet sich für Deutschland mit dem Weg in die Modernität auch der in die Freiheit”1.
Du bist der Widerstand!
Auf zum Bundesweiten Bildungsstreik, auch in deiner Stadt!
Sofort tätig werden kannst du auch, indem du dich beispielsweise in die Listen diverser Volksbegehren und Petitionen gegen Studiengebühren einträgst. Am Do, 10. 11. und Fr, 11.11. besteht in dem Foyer der Hublandmensa die Möglichkeit (beide Volksbegehren) zu unterzeichnen.
Ebenso sehen wir uns, der „Bildungsprotest Würzburg”, nicht nur im Kontext des “Bundesweiten Bildungsstreiks“, sondern neben den „Global Weeks of Action for Education” mit den Worten auch im Zusammenhang der globalen #Occupy-Bewegung# – am 11.11. auch hier in Würzburg.
1 Dahrendorf: Bildung ist Bürgerrecht, 2001.























































